WeQ – mehr als IQ

Auf den Spuren eines Megatrends

IQ steht klassischerweise für den menschlichen Intelligenzquotienten. Wenn man die Chiffre IQ jedoch auf die Ebene ihrer gesellschaftlichen Relevanz hebt, steht sie für Ich-Qualitäten: meine Intelligenz und meine Fähigkeit, sie zu nutzen. Über ein Jahrhundert lang war man allgemein überzeugt, es komme in erster Linie auf die Ich-Qualitäten von Individuen an, vor allem basierend auf deren IQ.

Viele bahnbrechende Innovationen, welche die Grundlage der bisherigen Kondratjew-Zyklen waren, gehen auf geniale Entwicklungsleistungen zurück, die von Einzelpersonen gedacht und angepackt wurden. Kein Wunder daher, dass unser Denken von diesen „Helden des Fortschritts“ geprägt war. Kein Wunder auch, dass sich der Wert eines Menschen für die Gesellschaft vor allem daran festmachte, welche Ich-Qualitäten er entwickelte. Wie viel Macht und Vermögen einem Menschen zustehen und wie viel Ungleichheit zwischen den Menschen

gerechtfertigt ist, wurde abgeleitet und gerechtfertigt anhand von Einschätzungen seiner Leistungskraft und auf Grundlage seiner Ich-Qualitäten. In diesem Sinne verstanden, war IQ Antriebsmythos und äußerst langlebiger Megatrend mit einer unbestreitbar bestechenden Erfolgsbilanz. Aber auch mit einer Vielzahl unschöner und unkluger Nebenwirkungen (z. B. die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, fehlende Rücksicht auf die Umwelt und viele weitere).

30%

Crowdfunding-Wachstum
2019 wuchs das weltweite Volumen von Crowdfunding um 30 Prozent auf über 6 Milliarden – und soll in drei Jahren bereits die 10-Milliarden-Grenze überschreiten.

2044

die Hälfte des Welt-BIP generiert durch „Sharing Economy“
So die Prognose des weltweit renommiertesten Zukunftsforschers Jeremy Rifkin

WeQ hingegen meint wir-bezogene Qualitäten. WeQ verfolgt gemeinwohlorientierte Ziele und ist auf team- und kollaborationsorientierte Prozesse ausgerichtet. Die schlimmste Botschaft für die IQ-Orientierung ist: Die WeQ-Orientierung ist nicht nur ökologisch und sozial deutlich nachhaltiger, sondern auch intelligenter, kreativer, leistungsstärker, in einem umfassenden Wortsinne bereichernder und – wenn sich unternehmerisches Denken dafür öffnet – auch ökonomisch erfolgreicher. Der Orientierung an Ich-Qualitäten kann man daher keine guten Zukunftsperspektiven mehr bescheinigen. IQ wirkt einfach eng, ärmlich und überholt im Vergleich zu WeQ. Die Orientierung an Wir-Qualitäten überholt derzeit alles und macht alles neu. Ein paar Zahlen dazu? Laut einer McKinsey-Studie 2019 generieren bereits 72 der 1700 Social Entrepreneurs in Deutschland 18 Milliarden € gesellschaftlichen Nutzen pro Jahr. 2044 wird laut dem weltweit führenden Zukunftsforscher Jeremy Rifkin bereits die Hälfte des Welt-BIP durch die Sharing Economy bereitgestellt. Oder denken Sie an Crowdfunding: 2019 wuchs das weltweite Volumen von Crowdfunding bereits auf 6 Milliarden Euro und soll in drei Jahren bereits die 10 Milliarden knacken. Die Liste geht schon jetzt schier unendlich …

WeQ ist also, genau besehen, tatsächlich mehr als ein Megatrend und selbst mehr als ein neuer Kondratjew-Zyklus. Im Windschatten der bisher vor allem technologisch geprägten Veränderungszyklen ist eine neue Qualität von Veränderung hervorgetreten: Der Zugang zu Wissen, zum kommunikativem Austausch, zu neuen kollaborativen Formen des Arbeitens, zur Finanzierung von Kooperationen und zu vielem mehr hat sich verändert. Dieser Zugang ist Dank des Internets und verbundener Entwicklungen nicht länger wenigen vorbehalten, sondern hat sich immer leichter und immer weiter für immer mehr geöffnet.

Vieles ist für Einzelgänger und Einzelleistungen zu komplex geworden. Selbst Innovationen verdanken sich immer mehr Team- statt individueller Leistungen, denken wir nur Wikipedia, Wikidata … Man erinnere sich an zahlreiche Nobelpreisträger der letzten Jahre, die sehr oft die Frage stellten: Warum nur ich? Diese Entwicklung war in der Realität tatsächlich ein Wir-Ergebnis. Das Internet und viele weitere Neuerungen des digitalen Zeitalters haben dieser Entwicklung einen erheblichen Schub gegeben. Kommunikation, Interaktion und Kollaboration in einem solchen Ausmaß und in einer solchen Geschwindigkeit waren nie zuvor möglich. Damit hat die Qualität von Kommunikation, Interaktion und Kollaboration eine alles überragende Bedeutung für den weiteren menschlichen Fortschritt erreicht. Wir stehen am Anfang eines WeQ-Zeitalters und einer WeQ-Revolution. WeQ wird zur Qualität unserer Zukunft.

Etwas muss nicht in allen Punkten neu sein, um alles neu zu machen. Die Zahlen 0 und 1 waren nicht neu, aber die Fokussierung auf diese beiden Zahlen hat das digitale Zeitalter möglich gemacht. Wir-Qualitäten sind keineswegs per se neu. Aber die Einsicht in ihren Charme und ihr Potenzial, Chancen zu eröffnen, stößt die Tore zu einer neuen, faszinierenden WeQ-Welt auf. Auch haben die Entdecker des Megatrendprinzips, wie beispielsweise Matthias Horx, nie behauptet, dass dessen Hauptmerkmal das Neue an sich sei, sondern der substanziell neue Stellenwert, den dessen Inhalt im gesellschaftlichen Leben erfährt. Nicht das Phänomen der Globalisierung war neu am Megatrend Globalisierung, sondern dessen heute alle Lebensbereiche durchdringende Veränderungsdynamik.

Die wichtigsten unternehmerischen Erfolgsfaktoren werden in der Zukunft keine Standardstrategien sein, sondern kontinuierliche Innovationsleistungen, organisatorische Effizienz trotz hoher Vielfalt sowie die Fähigkeit, erfolgreich in Netzwerken zu operieren.

1%

des Welt-BIP 2014– und heute?
…nach McKinsey Studie – neue Studie 2019: 72 der insgesamt 1.700 Social Entrepreneurs in Deutschland generieren allein schon 18 Mrd. gesellschaftlichen Nutzen pro Jahr

500 Mrd.

Imapact Investing – Öko-soziale Unternehmen längst erfolgreicher
Nicht Geldanlagen in vorrangig Profit-orientierte Unternehmen sind am erfolgreichsten, sondern Anlagen in Unternehmen mit der Orientierung auf die drei „P’s“ Purpose (menschendienliche Zwecke), People, Planet. Daher wächst Impact Investing immer schneller.

250 Mrd.

Wikipedia Abfragen im Jahr
2,5 Millionen Autoren, 50 Millionen Artikel, 250 Milliarden Abfragen im Jahr – Brockhaus kam in seiner letzten Pracht-Ausgabe auf 0,6 Prozent der Artikelzahl von Wikipedia und einen Kostenvergleich von 6.000€:0€. Wikipedia – ein Giga-Brockhaus von sehr vielen für alle