Future Skills

Wie wir souverän den Herausforderungen unserer Zukunft begegnen

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Vor einiger Zeit stieß ich auf den Artikel eines Historikers. Er erklärte, welche Kompetenzen im Mittelalter bei Hofe als besonders zukunftsrelevant angesehen wurden. Man wäre damals überzeugt gewesen, das wären besondere Fähigkeiten im Fechten, Reiten, Schachspiel, Verse schmieden und Minnegesang. Es soll Menschen geben, die behaupten, dass seit dem letzteres nicht mehr Teil des offiziellen Lehrplans ist, es mit unserer Gesellschaft bergab geht.

Wie können wir Herausforderungen meistern und Chancen nutzen?

Natürlich gab es immer schon, und das in regelmäßigen Abständen, enorme gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen und damit auch neue Anforderungen, die notwendig waren, um diese zu meistern.
Denken Sie an die „Gaslaternenanzünder“, die Opfer der Elektrifizierung wurden und auf einmal Kenntnisse über Strom und das Auswechseln der Glühbirnen benötigten.

Zum ersten Mal in der Geschichte sind wir heute jedoch mit dem „gleichzeitigen Auftreten“ mehrerer neuer Schlüsseltechnologien, starken gesellschaftlichen Veränderungen und globalen Herausforderungen, die uns alle betreffen, konfrontiert.

„Die Anforderungen, die sich uns heute stellen sind umfassend: Sie reichen von neuen Fähigkeiten im Umgang mit Technologie bis zu einer Veränderung von Narrativen, einer Neu-Priorisierung von Werten und Kompetenzen“

Die Anforderungen die sich daraus ergeben sind damit viel umfassender. Sie reichen von neuen Fähigkeiten im Umgang mit Technologie bis zu einer Veränderung von Narrativen und einer Neu-Priorisierung von Werten und Kompetenzen. Wenn wir den enormen Wandel betrachten, die aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und all das, was die nächsten Jahre noch auf uns zukommt, stellt sich also die Frage: Welche konkreten Kompetenzen brauchen Einzelne, Organisationen, bzw. die ganze Gesellschaft, um zukunftskompatibel, bzw. zukunftsfähig zu sein?

ABER: Wir brauchen nicht erst auf „morgen“ zu warten. Schon jetzt sollten wir Fragen: Welche Fähigkeiten benötigt ein einzelner Mensch, bereits heute, persönlich, wie beruflich, um ein erfolgreiches Leben zu führen? Was brauchen Teams und Organisationen, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern?  – Dabei geht es bei weitem nicht nur um Technologie. Im Bereich Führung verschieben sich massiv die Anforderungen. Organisationsstrukturen werden neu gedacht und gelebt. Erlauben Sie schließlich auch die große Frage: Welche Kompetenzen würden uns eigentlich als ganze Gesellschaft helfen, im Miteinander von Gesellschaften, bzw. der Verantwortung für unseren blauen Planeten?

Ich orientiere mich im Weiteren an drei Fragen:

  1. Was sind eigentlich Future Skills? Was verbirgt sich hinter diesem Begriff und,- warum ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema gerade in unserer Zeit so wichtig ?
  2. Wie kann eine nachvollziehbare Übersicht aussehen? Der Versuch einer Landkarte.
  3. Was sind konkrete praktische Beispiele für Future Skills?

Was sind Future Skills? Warum sollten Sie sich damit überhaupt beschäftigen?

Als ich den Begriff „Future Skills“ zum ersten Mal gehört habe, war ich etwas irritiert. Kommt jetzt das nächste Buzzword, hier verstanden als ein modisches, wenig aussagekräftiges Nebelwort. Je mehr ich und meine Wegbegleiter*innen uns in den letzten Jahren mit dem Thema vertraut gemacht haben, desto mehr verstanden wir die große Brisanz und Relevanz dieses Begriffs. Es wurde deutlich: Wer Future Skills versteht und praktiziert, erlebt direkt, bereits heute deren Nutzen.

Der Unternehmer, Investor und Vordenker Frank Thelen meint: „In den nächsten 10 Jahren wird sich unsere Welt stärker verändern, als in den vergangenen einhundert Jahren.“

Der Wissenschaftsjournalist Erik Händeler beschreibt in seinem Buch „die Geschichte der Zukunft“ die große Bedeutung der Kontradieff-Zyklen. In den vergangenen Jahrhunderten habe es immer wieder spannende Schlüsseltechnologien gegeben, die dann massive Umbrüche zur Folge hatten. Doch das, was wir im Moment erleben, sei zum ersten Mal ein gleichzeitiges Auftreten verschiedener Schlüsseltechnologien, – dann noch das wachsende Bewusstsein für unsere gemeinsame ökologische Verantwortung und Dynamiken wie die Corona Pandemie.

Die Herausforderung ist mit diesem Wandel gut umzugehen.

Warum wir auf Kompetenzen statt Wissen setzen sollten.

Die Welt belohnt uns nicht mehr allein für das was wir wissen, sondern vielmehr für das, was wir mit dem, was wir wissen, tun können. Vieles in bisherigen Ausbildungen ist jedoch nicht auf das Entwickeln von Kompetenzen ausgelegt, sondern nur auf den Erwerb von Wissen. Was pauken Sie vor einer Prüfung, nur um nach ein paar Wochen mehr als 90% bereits wieder vergessen zu haben? „Bulimie-Lernen“ nennt sich das in Schülerkreisen. Was können sie danach wirklich, wenn sie einen neuen Arbeitsplatz antreten? Stimmt, sie haben einen Schein, um den Job zu bekommen. Was Sie jedoch wirklich können, wie es ihnen gelingt sich zu organisieren und mit anderen zusammen zu arbeiten, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Die wachsende Komplexität des modernen Lebens – für den einzelnen und für Gemeinschaften – bedeutet, dass auch die Lösungen für unsere Probleme komplexer werden müssen. Wir hätten so gerne „eine“ Ursache, um ein Problem zu lösen. In einer strukturell unausgeglichenen, komplexeren Welt wird es aber immer wichtiger, jemand zu sein, der unterschiedliche Perspektiven und Interessen miteinander in Einklang zu bringen kann. Wir müssen endlich lernen mit Komplexität umzugehen.

Es gibt nicht die „eine“ Ursache und die „eine Lösung“ für unsere Probleme. Wir müssen endlich lernen Komplexität zu akzeptieren und damit umzugehen!

In einem lokalen Umfeld zu agieren und dabei gleichzeitig die möglichen, auch globalen Auswirkungen zu vorauszusehen und zu berücksichtigen, bedeutet, dass wir lernen müssen mit Spannungsfeldern und Dilemmata umzugehen. Es geht darum, das richtige Gleichgewicht zwischen konkurrierenden Meinungen und Forderungen zu finden – z.B. zwischen Gerechtigkeit und Freiheit, Autonomie und Zugehörigkeit, Innovation und Kontinuität, Effizienz und demokratischen Prozess.

Dazu müssen wir lernen viel stärker integrierend zu denken. Unsere Fähigkeit, Unwägbarkeiten und Mehrdeutigkeiten zu überwinden, wird zum Schlüssel.

Kreativität in der Lösung von Problemen erfordert, dass wir die Folgen unseres Handelns mit Verantwortungsbewusstsein, sowie mit moralischer und intellektueller Reife bedenken.

Es wird zunehmend wichtig, unser Handeln im Licht von Erfahrungen, sowie persönlichen und gesellschaftlichen Werten zu reflektieren. Bei der Wahrnehmung und Bewertung dessen, was für eine bestimmte Situation wichtig, richtig oder falsch, gut oder schlecht ist, geht es auf einmal um angewandte Ethik. „EthIQ“, konkret anwandte, verinnerlichte ethische Intelligenz wird noch einmal mehr an Bedeutung gewinnen. Ein spannendes Thema ist auch in der konkreten Zusammenarbeit der Umgang mit Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Transparenz …

Das führt uns zur größten Herausforderung in der Bildung – der Werteorientierung. Werte waren schon immer von zentraler Bedeutung. Aber es ist an der Zeit, dass sie zu expliziten praktischen Bildungszielen und -Praktiken werden. Es wird wichtig auch umfassendere Zusammenhänge zu verstehen. Prof. Amy Edmondson hat in Ihrer Forschungsarbeit belegen können, dass Krankenhäuser, die ihren Mitarbeitern emotionale Sicherheit bieten, deutlich mehr Fehler melden. Heißt dies, man geht dort schludriger mit Themen um? Weit gefehlt. Kombiniert man psychologische Sicherheit mit einer guten Fehlerkultur, werden Fehler nicht mehr versteckt. Man kann Fehlern und Problemen ganz anders auf den Grund gehen.

Es geht also um den Aufbau von wahrhaftigen und nachhaltigen Wertesystemen, die wiederum Vertrauen und soziale Bindungen stärken.

OECD Direktor Andreas Schleicher sagt: Die Chance von Bildung ist, für und mit den Menschen – ein solides Fundament für das Handeln und ein verantwortungsvolles Miteinander zu entwickeln.

Die Quintessenz ist, dass wir, wenn wir der oben angedeuteten technologischen Entwicklung voraus sein wollen, die Qualitäten finden und verfeinern müssen, die einzigartig für uns Menschen sind.

Dieses Vermögen gilt es zu entwickeln, damit sich unsere Fähigkeiten und die unserer Computer ergänzen können und nicht miteinander konkurrieren. Zudem wird es darum gehen, komplexe technologische Entwicklungen zu Verstehen zu Überwachen und zu Steuern.

“Wenn wir dem technischen Fortschritt einen Schritt voraus bleiben wollen, müssen wir uns auf unsere einzigartigen menschlichen Eigenschaften besinnen und diese weiterentwickeln.” Andreas Schleicher, OECD

Future Skills – Definitionen

McKinsey definiert die „Future Skills“ als Fähigkeiten, die in den nächsten 5 Jahren für das Berufsleben und /oder die gesellschaftliche Teilhabe besonders wichtig werden – und zwar über alle Branchen und Industriezweige hinweg. Die OECD geht bei ihrer Betrachtung sogar von einem Zeitraum bis 2030 aus.

Das heißt, mit „Future Skills“ wird die wichtige Teilmenge aller in Zukunft erforderlichen Fähigkeiten bezeichnet, zum einen zeitlich eingegrenzt auf die kommenden 5 – 10 Jahre, zum anderen inhaltlich fokussiert auf das Merkmal der branchenübergreifend steigenden Bedeutung.

In dieser Definition von Future Skills sind sämtliche Fähigkeiten ausgeklammert, die entweder eindeutig Branchen – oder fachspezifisch sind, bzw. die, deren Bedeutung relativ zu anderen Fähigkeiten abnehmen wird.

Ich würde gerne den diesen Teil abschließen mit 3 Gedanken des hier schon öfters erwähnten OECD Direktors für Bildung Andreas Schleicher:

„Wenn wir dem technischen Fortschritt einen Schritt voraus bleiben wollen, müssen wir uns auf unsere einzigartigen menschlichen Eigenschaften besinnen und diese weiterentwickeln. Es sind Eigenschaften, die die Fähigkeiten, die wir in unseren Computern geschaffen haben, ergänzen und nicht mit ihnen konkurrieren.“

„Wenn wir versuchen, Bildung auf die Vermittlung schulischer Kenntnisse zu beschränken, laufen wir Gefahr, dass die Menschen zu Wettbewerbern von Computern degradiert werden, statt das Augenmerk vielmehr auf die zentralen menschlichen Wesensmerkmale zu richten, dank derer die Bildung den technologischen und sozialen Entwicklungen einen Schritt voraus bleiben kann.“

„Es besteht das Risiko, dass wir erneut die Techniken von heute beibringen, um die Probleme von heute zu lösen. Bis diese Schülergeneration ihren Abschluss macht, sind diese Techniken wahrscheinlich schon wieder überholt… (Daher müssen) die Bereiche mit dem höchsten ‚Transferwert‘ in den Mittelpunkt rücken; d.h. sie müssen Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen Priorität einräumen, die in einem Kontext gelernt und auf andere Kontexte angewendet werden können…

So bleibt nun die Frage: Welches sind denn nun konkret die wichtigsten Future Skills?

Future Skills – Der Versuch einer Landkarte

Bei den Nachforschungen zu diesem spannenden Thema sind wir auf unterschiedliche Listen gestoßen. Sehr angetan bin ich persönlich vom OECD Lernkompass 2030. Dieser hat sicherlich einen Fokus auf Schule und Bildung. Bei der Liste von McKinsey spürt man die Nähe zur Technologie. Auch der Stifterverband, das World Economic Forum haben Listen veröffentlicht. Sehr inspiriert hat uns die Arbeit des Zukunftsforschers Peter Spiegel und einem Team des WeQ Instituts in Berlin. Von deren Arbeit zu diesem Thema wird man sicherlich noch mehr hören.

Die Frage bleibt, was sind denn nun konkrete Future Skills?

Es erscheint uns hilfreich, die Future Skills entsprechend der Zielgruppe einzuteilen. Welche sind wichtig für den einzelnen Menschen? Welche sind wichtig für modernes Teaming, Teamarbeit und Kollaboration? In welche Kompetenzen sollten zukunftsfähige Firmen und Organisationen investieren? Und –  welche Future Skills könnten die bedeutenden in einer lokalen und globalen Gesellschaft sein?

Um es hier nicht zu kompliziert zu machen, wollen wir der Einfachheit halber hier eine andere Untergliederung vorstellen, die die Future Skills in 4 große Bereiche, bzw. beziehungsweise Felder einteilt:

  1. technologische Future Skills
  2. digitale Future Skills
  3. WeQ und Collaboration Future Skills, (Zusammenarbeit betreffende Fähigkeiten)
  4. Persönliche Future Skills
future skills Landkarte

Technologische Future Skills

Technologische Future Skills sind Fähigkeiten, die für die effektive Nutzung und Gestaltung von transformativen Technologien notwendig sind. Dazu zählt der Umgang mit bereits etablierten Technologien: das Internet, ebenso, wie erst entstehende Felder, zum Beispiel Block Chain oder Smart Hardware Entwicklung. Ein besonders großer Bereich ist die Fähigkeit zur Analyse komplexer Daten, die auch die Entwicklung von künstlicher Intelligenz umfasst, …

Wer solche technologischen Fähigkeiten beherrscht, verfügt über neuestes informations- technologisches Fachwissen und kann dies auch anwenden.

Diese Kategorie wird über alle Wirtschaftsbereiche hinweg neue Berufsprofile schaffen, zum Beispiel den Data Scientist. Insbesondere in einer zunehmenden Anzahl von Startups werden schon heute Berufsprofile durch diese technologischen Fähigkeiten besonders geprägt.

Beispiele: Komplexe Datenanalyse, Smart Hardware-/Robotik, Webentwicklung, Nutzerzentriertes Designen, Tech Translation (moderieren zwischen Technologie-Experten und involvierten Nicht-Fachleuten).

Digitale Future Skills

Digitale Grundfähigkeiten beschreiben Fähigkeiten, durch die Menschen in der Lage sind, sich in einer digitalisierten Umwelt zurechtzufinden und aktiv an ihr teilzunehmen. Diese Fähigkeiten werden im Berufsleben ebenso, wie für gesellschaftliche Teilhabe (Digital Citizenship) in Zukunft benötigt und von Arbeitgebern bei ihren Mitarbeitern zunehmend vorausgesetzt.

Dazu zählen digitales Lernen, der informierte Umgang mit Daten im Netz genauso, wie die Fähigkeiten „Dynamiken von Algorithmen“ zu verstehen (z.B. Info Bubbles) und die Fähigkeit zum digitalen kollaborativen Arbeiten. Wer diese Fähigkeiten beherrscht, kann an einer immer stärker digital geprägten Welt teilhaben, wirkungsvoll interagieren und kritische Entscheidungen treffen.

Die Relevanz gilt für Schulen, berufliche Bildung ebenso, wie die ältere Generation. Ich denke da z.B. an meine 81-jährige Mutter, die sich WhatsApp Kenntnisse aneignet, interessante YouTube Filme findet und in Corona Zeiten an Gottesdiensten über das Internet teilnimmt.

WeQ Collaboration Future Skills

Die WEQ Collaboration Future Skills sind die Fähigkeiten, die darüber hinaus eine moderne, effiziente und agile Zusammenarbeit ermöglichen. Diese reichen von der Fähigkeit moderne Collaboration Tools zu nutzen, über das Anwenden agiler Methoden, bis hin zu den Fähigkeiten Meetings und Zusammenarbeit menschlich, innovativ und zielführend zu gestalten.

Meet up, Facilitation, Dialogkompetenz, Konfliktkompetenz, Beziehungskompetenz, Empathie-Fähigkeit, …

Dabei geht es um die Prinzipien hinter bestimmten Methoden, genauso wie konkrete Methodenkenntnisse wie Design Thinking, Kanban, Scrum, …

Wenn ich hier eine wichtige Kompetenz herausgreifen darf, dann geht es auf allen Ebenen um echte Dialogfähigkeit. In der Vergangenheit wurden wir viel stärker im Wettstreit gegeneinander, z.B. im in Diskussion und Debattieren geschult. Diese einseitige Kompetenz wird immer mehr zum Nachteil, wenn es darum geht, auf der Suche nach komplexen Problemlösungen diese von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten. Es geht zunehmend mehr um die Fähigkeit, Dinge nebeneinander zu betrachten, sie gleichzeitig wahr sein lassen zu können und daraus die bestmögliche, nachhaltige Lösung für alle Prozessbeteiligten abzuleiten. Das ist leider alles andere als selbstverständlich.

Persönliche Future Skills

Hier werden Kompetenzen und Eigenschaften erfasst deren Bedeutung aus Sicht der Unternehmen und der ganzen Gesellschaft für den Einzelnen in den kommenden Jahren im Alltag und im Alltag an Bedeutung zunehmen werden.

Dazu gehören von A wie Achtsamkeit, Adaptionsfähigkeit, über Durchhaltevermögen, Kreativität bis hin zur persönlichen WeQ Kompetenz. Die Kompetenzfelder dieses Clusters befähigen den Einzelnen sich in neuen Situationen leichter zurecht zu finden, Probleme in einer zunehmend unbeständigen und komplexen (Arbeits-) Welt besser analysieren und lösen zu können.

In diesem Kontext erscheint uns ein Kompetenzfeld von besonderer Bedeutung: Inner Work, bzw. Innere Führung. Bei diesem Kompetenzfeld geht es um die profunde Fähigkeit einer umfassenden Selbststeuerung und persönlicher Entwicklung. Hier geht es um eine der wichtigsten Formen von Arbeit, der Arbeit an und mit sich selbst. Dies benötigt Selbstreflexion und Selbstkenntnis ebenso, wie Emotionale Intelligenz, die Dynamik eigener Gefühle zu verstehen und diese zu regulieren. Es braucht die Fähigkeit Ziele zu setzen, mit Komplexität und Abweichungen umzugehen. Es geht um Kompetenzfelder, wie das eigene lebenslange Lernen zu gestalten, aber auch Achtsamkeit, Umgang mit Krisen, ….

Das gute an dieser 4-Teilung ist, dass sie sich leichter selbst erschließt. Umfassender, etwas mehr Einarbeitung, braucht die für mich exzellente Arbeit der OECD zu diesem Thema.

Ein Gedanke zu Abschluss

Vor einiger Zeit erzählte mir ein Freund, der beruflich in über hundert Ländern der Erde unterwegs war, ihm wäre ein interessantes Wort-Phänomen begegnet. In fast jedem Land hätte er eine Formulierung gehört: Hier ist ein hartes Pflaster.

Er beschloss dieser Formulierung nachzugehen und herauszufinden: was, um alles in der Welt ist eigentlich ein hartes Pflaster. Er fand für sich eine wunderbare Umschreibung: stell dir vor du standst gestern Abend vor einer Türe und warst fähig diese mit deinem Schlüssel zu öffnen. Heute stehst du wieder vor der gleichen Türe, aber dein Schlüssel passt nicht mehr. Hat jemand heimlich das Schloss gewechselt?

Der Wandel in unserer Gesellschaft, lässt sich vergleichen mit dem Auswechseln solcher Schlösser.

Für mich sind Future Skills wie solche ausgewechselten Schlösser. Nun geht es darum neue Schlüssel zu finden, diese zu auszuprobieren und mit Hilfe der Future Skills neue Routinen zu entwickeln, vielleicht führen Sie uns zum Mars, hoffentlich helfen sie uns globale Probleme zu lösen.

Auf jeden Fall haben sie das Potenzial, für jeden einzelnen Menschen, in einer komplexen Welt, eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen.

Erlauben Sie mir einen Gedanken zum Abschluss. Wenn ich daran denke, was manche dieser Haltungen, Werte und Fähigkeiten, an unnötigen Umwegen und Leid erspart hätten, für mich und andere, ich hätte mich deutlich früher auf die Suche gemacht.

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